den Augenblick erkennen, den Moment erleben

2. März 2015

gelebt


gelebt: Krankheit und Lernen. Kennt ihr vom letzten Bericht, ne?! Ja, so ähnlich sah es wieder bei uns aus. Mit ganz viel Familie. Anton rutschte an einem Nachmittag aus, stieß mit seinem großen Kopf gegen einen Griff und erbrach sich eine Stunde später. Tja, das hieß für uns also, ins Krankenhaus zu fahren, eine Nacht dort zu bleiben und am nächsten Tag mit der Diagnose: Gehirnerschütterung heimzufahren. Anton geht es gut! Es ging ihm die ganze Zeit gut. Und wir langweilten uns sehr im Krankenhaus. Diese Stunden im Krankenhaus waren für mich hart. Ständig nach Informationen fragen, zu wenige Auskünfte erhalten, warten müssen. Zu Hause angekommen merkte ich, wie eine Last von mir abfiel. Am nächsten Tag lagen mein Freund und ich mit verdorbenem Magen im Bett und versuchten Anton mit Büchern zu beschäftigen. Nach einer kurzen Pause ging es zu meinen Eltern, wo Anton gut versorgt und umsorgt wurde und ich innerhalb knapp 48 Stunden 17 Seiten der ersten Hausarbeit schreiben konnte. Mit der zweiten Hausarbeit komme ich auch gut voran, muss aber unter Zeitdruck noch einiges schreiben. Dazwischen gab es viel Zeit mit meinen Eltern und meinem Bruder. Ich genoss die Tage bei meinen Eltern, aß gut, schrieb viel, spielte mit Anton. Und dann folgten drei Feiern mit der Familie. Ich hatte gute Telefongespräche mit Freunden und bekam wunderbare Emails, ich freute mich über ein interessantes Gespräch und besuchte das unglaublich coole Büro, in dem eine Freundin arbeitet. Es gab manchmal ein Hin und Her der Gefühle, wenn ich an einem Tag zum Beispiel die Absage für den wirklich wichtigen Latein-Kurs im nächsten Semester bekam und dann am nächsten Tag das Programm für eine spannende Fortbildung geschickt wurde. Ich machte mir nach Wochen des Vormirherschiebens endlich einen vorläufigen Personalausweis, um endlich einen neuen Handvertrag abschließen zu können. Und Fastnacht feierten wir auf dem Umzug direkt vor unserem Haus. Ich als Faschingsmuffel.
getrunken: Gin Tonic, Weißweinschorle, ein alkoholfreier Cocktail von meinem Bruder als Lernstärkung gemixt, Kaffee! Ganz viel Kaffee, weil ich mich gerade mit unserer Siebträgermaschine ausprobiere. 
gegessen bzw. gekocht und gebacken: leider zu viel Schokolade, Joghurt Vollkorn-Waffeln mit Himbeeren zum Valentinstag, Schokokuchen, im Augustinerkeller in Mainz (ich war zum ersten Mal dort!) leckeres Schnitzel, zum ersten Mal eine Pizza von Anfang bis Ende komplett selbst gemacht (Sauce, Teig, usw.), viele Kuchen gebacken
geklickt: diese goldigen Karten gebastelt, das personal Blog some moments are golden
ausgestellt: Rundgang Städelschule, Rundgang Kunsthochschule Mainz in der Boppstraße, Meisterschülerendausstellung
gelesen: Literatur zu Oskar Schlemmer und Daniel Kehlmann
gekauft: ein weiß-schwarz gestreiftes T-Shirt und eine schwarze Bluse, kleine feine Ohrstecker
gewünscht: etwas mehr Zeit, etwas mehr Gesundheit, etwas mehr Sonne
geärgert: über die fehlenden Informationen und die sinnlosen Stunden im Krankenhaus
gefreut: über Blumengeschenke und selbst gekaufte Blumen, über durchbrechende Zähne bei Anton, über Produktivität, über eine neue kleine Reihe, die ich bald veröffentlichen werde, über ganz liebe Menschen auf Instagram
geliebt: die Sonnenstrahlen und den Frühling, der in der Luft liegt, wieder meinen Lieblingslippenstift aufzutragen










15. Februar 2015

#daslebenistgut


Eines meiner momentan meist genutzten Hashtags auf Instagram ist #daslebenistgut. Denn ich muss wirklich sagen, dass es einfach so ist: das Leben ist gut. Dieser Blogpost soll aber kein philosophischer Exkurs über das Glück und das Glücklichsein werden. Und ich möchte andererseits auch nicht von schwierigen oder herausfordernden Zeiten im Leben schreiben, die wahrscheinlich jeder schon einmal erlebt hat. Mir geht es heute nur darum, dass ich zufrieden und glücklich bin. Und was mich gerade auch noch glücklich macht.

Am Freitag war mein erster "freier" Tag. Ich setze frei bewusst in Anführungszeichen, weil ich zwar keine Vorlesungen mehr habe, aber in der vorlesungsfreien Zeit noch zwei Hausarbeiten schreiben und für eine Exkursion ein Referat vorbereiten muss. Aber - das große Aber - nun liegen ein paar Wochen vor mir, in denen ich vormittags "frei" habe, Anton also bei der Tagesmutter ist und ich in Ruhe an den Hausarbeiten arbeiten kann. Und spätestens ab Mitte März habe ich dann morgens sogar richtige Freizeit.

Und wie das so immer bei mir ist, erstelle ich schon seit Wochen Listen mit Dingen, die ich endlich gerne machen möchte und wofür mir meistens die Zeit fehlt. Und nun freue ich mich umso mehr, diese wunderbaren Dinge angehen zu können.


Ja, als erstes stehen die Hausarbeiten an. Ich muss innerhalb von drei Wochen zwei Hausarbeiten schreiben. Etwas tricky, weil ich noch nie eine Hausarbeit geschrieben habe und mir nur die Vormittage zur Verfügung stehen. Aber die beiden Themen sind wenigstens interessant und ich freue mich darauf, mich mit Daniel Kehlmann und Oskar Schlemmer noch eingehender zu beschäftigen.

Und wenn ich dann diese zwei Hausarbeiten abgegeben habe, bereite ich noch ein Referat für eine Exkursion nach Darmstadt vor. Und ich lese zehn Bücher von Ovid bis Becket für ein Seminar im Sommersemester. Also nichts mit den Romanen, die sich schon seit Monaten auf dem Regal stapeln. Als langsame Leserin bin ich sehr gespannt, wie weit ich es schaffen werde.

Zum Entspannen gönne ich mir wieder eine Pediküre und einen neuen Haarschnitt. Wieder etwas kürzer oder nur die Spitzen? Ich weiß es noch nicht.

Es wird wieder Zeit, dass ich das Thema Layout von une vie magnifique angehe. Ich habe schon im letzten Jahr an einem neuen Header gearbeitet, die Vorlagen dann aber aufgrund von Zeitmangel bei Seite gelegt. Ich hoffe, dass ich nun wieder Geduld dafür aufbringen kann.

Und wenn wir schon bei gestalterischen Tätigkeiten sind: ich möchte wieder Aquarelle malen und mit Ölkreiden zeichnen. Vor zwei Jahren habe ich ständig gezeichnet und gemalt und irgendwann habe ich gar nicht mehr darüber nachgedacht und alle Materialien weggeräumt. Ich möchte mich demnächst einfach wieder dran setzen und schauen, wie es mir gefällt.

Ich müsste irgendwann mal einen Nähkurs belegen. Mir fällt es nämlich so schwer, mir anhand von Youtube-Videos und Tips meiner Mutter über's Telefon alle notwendigen Skills zum Nähen anzueignen. Aber die einfachsten Basics kann ich wohl schon irgendwie und deshalb möchte ich für den Kinderwagen einen Schutz für den Tragegriff nähen. Der Stoff muss auch noch ausgesucht werden und ich bin gespannt, ob mir dieses einfache Nähwerk gelingt.

A propos Kindersachen. Die Saison der Kindersachenbasare startet bald und ich freue mich schon darauf, den Samstagmorgen in einer Kita zu verbringen, mich durch Berge von Kinderkleidung und Bücherkisten zu wühlen und kleine Schätze für meinen Buben zu entdecken. Abgabebasare sind immer ein wenig turbulent, aber ich liebe es trotzdem.

Und zu guter Letzt stehen zwei wunderbare "Trips" auf meiner Liste. Anton und ich möchte in Stuttgart Lisa besuchen (und wenn möglich auch unbedingt die Ausstellung "Oskar Schlemmer. Visionen einer neuen Welt" in der Staatsgalerie sehen). Ich freue mich so sehr, endlich einmal ihre Umgebung, "ihr" Stuttgart zu sehen. Und ein zweites Highlight ist eine Fortbildung im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe. Fünf Tage ohne meine Männer, ich weiß gar nicht, ob ich das aushalte (und vielleicht fahre ich ja zwischendurch auch zu ihnen). Aber es wird super spannend, die Inhalte interessieren mich sehr und ich bin mir sicher, dass es mich beruflich weiterbringt. Dabei besuche ich eine gute Freundin und das ist das i-Tüpfelchen. Endlich mal wieder ausgiebig Zeit, um zu reden; einfach mal wieder gemeinsam Zeit verbringen.


Das sind doch ganz wunderbare Projekte, die doch da vor mir liegen, oder?! :) Ich find's großartig. Mir ist natürlich bewusst, dass ich lange nicht alles erledigen kann, aber meine Prioritäten sind klar. Wenn ich könnte, würde ich gerne auch noch hin und wieder arbeiten (Bewerbungen sind verschickt), ich sollte Bewerbungen für ein Praktikum im Sommer schreiben, Anton für den Kindergarten in eineinhalb Jahren anmelden und ich möchte mit seinem Babyalbum endlich beginnen (Fotos liegen seit Monaten bereit). Ja, so ist es eben immer. Und ich finde, bei so viel guter Aussicht kann man nur sagen: #daslebenistgut

10. Februar 2015

gelesen: 36 hours


Es liegt sicher daran, dass ich in diesem Moment eigentlich lernen müsste - die Geschichte und die Methoden der Kunstgeschichte, von Vasaris Künstlerbiographien über Panofskys Stufenmodell zu dem Einfluss der Gender Theorien. Ja, und es sind wohl reine Prokrastinationsbewegungen, die mich nicht hinter dem Tisch sitzen lassen, aber mich auch nicht zum Beseitigen des vorherrschenden Chaos führen, sondern mich den Laptop und die Kamera zur Hand nehmen und tippen lassen. Wie dem auch sei, ich nutze nun einfach die Zeit, um euch einen ganz bekannten Reiseführer vorzustellen.

36 hours schaue ich mir im Buchladen an, seitdem der Taschen Verlag ihn herausgebracht hat. Der rote Leinenstoff und der Slogan 125 Wochenenden in Europa packen mich direkt bei meiner Reiselust und lassen mich an schöne Stunden denken. Wie habe ich mich gefreut, als mein Freund in der Weihnachtszeit diesen Reiseführer von der Arbeit mitbrachte (toller Arbeitgeber, der solche Weihnachtsgeschenke macht)! Nun habe ich also alle Zeit der Welt, mir dieses schöne, dicke Buch genauer anzuschauen.


Was mir gut gefällt, sind die fünf bunten Lesezeichen und die Ausbuchtungen für die einzelnen Regionen. Für jede Region gibt es eine Übersichtskarte, auf dem alle Reiseziele mit Seitennummer aufgeführt sind. Es sind natürlich alle bekannten Metropolen drin (Paris zum Beispiel mit drei Kapiteln), aber auch ein paar unbekanntere Städte. Jeder Wochenendreiseführer beginnt mit einer sehr knappen Info über die Stadt und dann folgen Tips für Freitag ab 15 Uhr bis Sonntag Abend. Viele Adressen sind gut bekannt und auch ziemlich typisch. Der Reiseführer ist bebildert und zu jedem Ziel gibt es auch noch eine Übersichtskarte über den besuchten Stadtteil.

Ich werde niemals eine Reise genau nach Schema F machen und so einen vorgegebenen Reiseplan abarbeiten. Trotzdem mag ich diese Art von Reiseführern sehr gerne, weil sie einem einen guten Einblick in die Stadt verschaffen und man dadurch vielleicht besser abschätzen kann, was man alles an einem Wochenende sehen und machen kann. Spannend finde ich ihn auch für Städte, die ich schon kenne. War ich an den vorgeschlagenen Orten auch schon einmal? Vielleicht besuche ich ja beim nächsten Frankfurt-Tag wieder den Palmengarten oder probiere endlich die Küche des Holbein's.

Ganz bald stelle ich euch noch einen anderen Reiseführer vor! Und bei Reiseführern, die Städtetips für einen halben Tag anbieten, denke ich immer an die großartigen Beiden von 12 hrs. Das ist dann natürlich noch ein bisschen hipper, moderner und vielleicht etwas näher am Zeitgeist. 

Was sind eure liebsten Reiseführer? Sucht ihr einzelne Tips lieber online oder doch noch in Büchern?











1. Februar 2015

gelebt


Ich glaube es kaum, der Januar ist nun auch rum. Im Semester rast die Zeit noch viel mehr als sonst. Weil ständig Abgaben und Termine sind und man für Woche zu Woche lebt. In diesem Monat habe ich kaum Fotos geschossen, weil mein Handy plötzlich ausgegangen ist und nun in der Reparatur ist. Mein aktuelles Handy macht furchtbare Fotos und die alten sind leider verloren gegangen.


gelebt: Wir genossen die erste Woche des Jahres, weil wir frei hatten. In der zweiten Woche bin ich direkt krank geworden - an meinem Geburtstag - und ich fiel erstmal aus. Und dann ging es direkt los mit Action und Lernen, Spielen und Anstrengungen. Der Sohnemann ist zur Zeit besonders gut drauf und wir haben gerade wirklich viel Spaß. Ich durfte mir ein paar Freiheiten und "me times" gönnen, war einen halben Tag auf einem Symposium zur figurativen Malerei der 80er Jahre in der BRD im Städel und lernte sehr viel dabei. Ich bin so gerne an der Uni und recherchiere dort für die Seminare und Hausarbeiten. Und es ist natürlich ganz großartig, wenn man dort seine Freunde oder Bekannte trifft. Ich habe wieder viel lernen müssen und diese Phase hält auch noch an. Mir fehlt die Zeit für so manches und ich hätte gerne etwas mehr freie Stunden. Aber wie auch schon in den letzten Monaten: eins nach dem anderen. Ich habe ständig Schnittblumen gekauft und ihren Anblick genossen. Wir waren wieder einmal in Darmstadt bummeln, obwohl ich es mir zeittechnisch nicht hätte leisten können und das tat so gut. Ich habe eine ehemalige Freundin nach dreieinhalb Jahren wieder gesehen, eine ukrainische Weihnachtsfeier mitgefeiert und Ziegen und Enten "Guten Tag" gesagt.
getrunken: ganz viel Tee, selbstgepresster Orangensaft und Gin Tonic
gegessen bzw. gekocht und gebacken: wieder das tolle Apfelbrot, wieder die leckeren weihnachtliche Cheesecake-Pies, im Mexico Lindo in Mainz Burritos (habe schon bessere gegessen), im Heilig Geist Ziegenkäse, und auch sonst Ziegenkäse mit Rosmarin und Honig. Mmmh.
geklickt: eine Zusammenstellung interessanter Artikel zum Thema Karriere und Studieren mit Kind, sehr viel Instagram
ausgestellt: Endlich wieder mehr Kunst! Einen Vorsatz, den ich umsetzen kann. Wir waren auf der Vernissage einer feinen Ausstellung unserer Freundes Simon, haben den Rundgang der Kunsthochschule Mainz besucht, ich bin durch die Sammlung der Gegenwartskunst geschlendert und habe mir ebenfalls im Städel die Ausstellung Fantastische Welten angesehen. Am letzten Tag haben wir es auch noch auf die Helene Schjerfbeck Ausstellung in der Schirn geschafft. 
gelesen: wieder sehr viel Fachliteratur und Auszüge von Yeats, Shakespeare und Kehlmann
gekauft: im Sale einen Kaschmirbullover, eine Strickjacke und ein hippieeskes Kleid
gewünscht: eine Vase für einen mittelgroßen Blumenstrauß
geärgert: über ein immenses Handychaos und starke Verpeiltheit und die daraus resultierenden Probleme mit nicht funktionierendem Handy, Vertragslosigkeit und ungültigem Personalausweis (ach, wenn ihr wüsstet, was das für ein Chaos ist...).
gefreut: dass ich wirklich viel geschafft habe: ein Referat, die Abgabe einer hausarbeitsähnlichen Aufgabe, zwei Klausuren, viel gelernt, viel gedatet (inkl. eines 22h Dates), für Praktika und Nebenjobs Bewerbungen geschrieben. Und dann habe ich so wunderbare Geschenke und tolle Geburtstagspost bekommen. Ich bin immer wieder begeistert, wie gut manche Menschen schenken können.
geliebt: Schnittblumen, überall Schnittblumen. Momentan ganz klassisch für diese Jahreszeit Tulpen in hellrosé und pink.








1. Januar 2015

gesehen: Traumstädte - Paris auf ARD


Ich hatte in den letzten Jahren jeweils ein Mal im Jahr die Möglichkeit, nach Paris zu reisen. Was soll ich sagen? Diese zauberhafte Stadt nimmt mich auf eine so eigentümliche Art und Weise gefangen, dass ich jede neue Gelegenheit ergreifen möchte, um wieder dorthin zu reisen. Es gibt natürlich auch andere Städte, die mich interessieren oder faszinieren, und ich hoffe, dass ich in diesem Jahr ein paar davon (wieder) sehen kann: Amsterdam, Berlin, London zum Beispiel.

Mit ein paar Freunden teile ich diese Paris-Liebe. Es ist wirklich eine zusätzliche Qualität für eine Freundschaft, finde ich. So eine Art Grundverständnis. Gestern erreichte uns ein kleines Päckchen mit einem Geschenk für Anton und einer wunderbaren Karte für mich. Der perfekte Abschluss für ein gutes Jahr. Und wieder kam ganz plötzlich diese Lust auf Paris. Ich möchte am liebsten so bald wie möglich in diese anstrengende Stadt, die gleichzeitig so schön ist.

Passend zu meiner Reiselust schickte mir die selbe Freundin den Link zur ARD Mediathek mit einem Video über Paris als Traumstadt. Wisst ihr, wie das Funktionieren der Glühbirnen des blinkenden Eiffelturms überprüft wird? Und wisst ihr, wo das älteste Restaurant der Welt steht? Antworten darauf und viele kleine Geschichten zur schönen Stadt seht ihr im Video: Traumstädte - Paris.

Wer kommt mit?! :)

gelebt



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Willkommen, neues Jahr! Ich bin super gespannt, was du für uns bereit hält.


2014 war ein gutes Jahr. Normalerweise lege ich nicht so viel wert auf die Jahreszahlen, aber ich musste dieses Mal an das Millenium denken - abgefahren, dass das schon fünfzehn Jahre her ist. Daran merkt man, dass man älter wird und dass die Zeit "schneller" vergeht.



Der Dezember flog auch nur an mir vorbei. Er war erst geprägt von Krankheit und Lernphasen und endete mit Gesundheit, Ruhe und Freude.


gelebt: Im letzten Monat habe ich viel gelernt und bin kaum aus dem Haus gekommen. Zwei Referate haben ganz wunderbar geklappt. Aber wenn ihr wüsstet, was ich für Lernkrisen deswegen hatte... Mir macht das Studium so Spaß, aber wenn alles auf einmal kommt, ist es einfach immer schwer. Anton war leider auch sehr lange krank und knatschig. Aber seit kurz vor Weihnachten haben wir alle drei Urlaub, sind viel zusammen und uns geht es einfach nur gut. Wir sind gesund und munter. Die Weihnachtstage waren sehr schön und nicht so stressig wie gedacht. Eine Feier mussten wir ausfallen lassen, weil wir aufgrund des plötzlichen Schneefalls bei den Großeltern festsaßen. Aber wir machten das Beste draus und hatten schöne Tage. Un dim großen Garten war ein Winterwunderland. Die letzte Woche war sehr ruhig und wir aßen fantastisch, schauten auch mal wieder Filme, spielten sehr viel mit Anton. (Ein bisschen) Stress machte ich mir dann doch noch, als ich das nächste Referat vorbereitete und die ersten Bewerbungen schrieb. An Silvester frühstückten wir mit meinen Eltern und feierten den Jahresübergang mit Freunden im Atelier. Anton war die ganze Zeit dabei und ich könnte mir kein cooleres Kind vorstellen.
getrunken: Cosmopolitan in alter und neuer Version, Sekt, Roiboos-Tee
gegessen bzw. gekocht und gebacken: Apfelbrot, weihnachtliche Cheesecake-Pies, Ente mit Rotkraut und Maronen, Apfel-Meerrettich-Suppe, Spargelcrèmesuppe, noch ein Weihnachtsessen, usw.
gemacht: Geschenke gekauft und verpackt, Hutzeln (pfälzisch für kleine Tannenzapfen) mit Nagellack bepinselt und mit Glitzerspray besprüht, einen Weihnachtsbaum geschmückt (wie gesagt, ich fühle mich sehr erwachsen)
geklickt: eine Facebook Gruppe von Studierenden Eltern
ausgestellt: nichts?! so traurig ist das... Ich habe mich nur durch unzählige Galerie- und Museumswebseiten geklickt.
gelesen: nichts außer Fachliteratur, ich habe dabei aber einen besonders guten Text von Karin v. Maur in einem Ausstellungskatalog über Oskar Schlemmer gefunden
gekauft: außer sehr vielen wunderschönen Geschenken ein Tshirt für mich, das ich im Sale gefunden habe
gewünscht: nicht mehr viel, weil ich an Weihnachten üppig beschenkt wurde. Mein Parfum ist aber an Weihnachten leer geworden. Und eine dunkle, gut sitzende Jeans suche ich auch immer noch.
geärgert: über einen verloren gegangenen, sehr besonderen Perlenstecker
gefreut: über einen neuen Laptop (!!), über andere, ganz wunderbare Geschenke, über Anton, der immer ein langgezogenes ooooh sagt, wenn er den Weihnachtsbaum sieht, über die erneute Erkenntnis, dass wir es doch besonders gut haben








31. Dezember 2014

zum Jahresende


In den letzten Jahren nutzte ich immer die Zeit zwischen den Jahren, um mir bewusst Gedanken für das kommende Jahr zu machen. Es schwirren sowieso immer so viele Vorhaben und Ideen im Kopf, nur festigen sie sich zum Jahresende ganz besonders. Das kennt ihr sicher. Man liest nicht nur viele Jahresrückblicke, sondern überlegt sich selbst, wohin man gehen möchte, wie das nächste Jahr aussehen soll.

Ich habe irgendwann angefangen, einen Brief zu schreiben, in denen ich das Jahr reflektiere und meine Ziele nenne. Am Ende des Jahres konnte ich den Brief dann öffnen und sehen, ob ich alles erreicht habe. Macht ihr das auch? Mittlerweile lasse ich das nämlich bleiben. Denn mir fehlt einfach die Muse dafür. Dieser Blogpost übernimmt aber auch irgendwie diese Aufgabe. 

Ich habe mir immer nur drei Ziele ausgesucht. Weil ich wusste, dass es wirklich machbar ist, drei Ziele ein ganzes Jahr durchzuziehen, umzusetzen und zu erreichen. Und ich habe mir nie vorgenommen, "mehr Sport" zu machen. Das klappte sowieso nicht. Nur, wenn ich mir dieses Ziel für einen kürzeren Zeitraum vornehme, für einen Monat und dann für den nächsten.


Wenn ich auf die Monate November und Dezember zurückblicke, habe ich das Gefühl, das gesamte Jahr war so anstrengend wie die letzten beiden Monate. Aber das stimmt überhaupt nicht. Natürlich gab es viele aufreibende Momente über das Jahr verteilt und wahrscheinlich war mein Leben - pauschal gesagt - in der Vergangenheit etwas "einfacher" und unbeschwerlicher. Aber es  gab gleichzeitig so viele wunderbare, lustige Momente, die meinen Eindruck kompensieren, den ich vom Winter habe.

Letzten Endes ist das auch egal. Ich habe viel über mich und meine Grenzen, über die Familie und das Leben gelernt. Über Freundschaften, das Studium, das Wollen und das Scheitern. 


Wenn ich an das zurückliegende Jahr denke und ich über die Monatsberichte auf betsi und Antons Monatsberichte auf une vie magnifique schaue, erinnere ich mich vor allem an die sehr schönen Momente. Drei Geburtstagsfrühstücke im Bett, das erste Date nach der Geburt von Anton, Paris zu dritt, der Studienstart und bisher zwei sehr gut gemeisterte Semester, viele kleine Ausflüge, Urlaub in Spanien, unseren Alltag, den ich ganz besonders finde, die vielen Eichhörnchen und Raben, die ich ständig sehe, neue, sehr wichtige Bekanntschaften und Freundschaften, zwei Mal die Liebe von Menschen gefeiert, Darmstadt und Wiesbaden erkundet, einige Ausstellungen besucht, viele gute Artikel im Netz gelesen. 

Die markantesten Erfahrungen waren wohl das Studium und meine Familie. Es ist so unglaublich, dass die Zeit mit einem Kind noch schneller vergeht als bisher. Letztes Jahr noch war ich über jedes kleine Lächeln von Anton glücklich, heute läuft er mir fast davon, grinst mich frech mit seinen Zähnchen an, spielt mit seinem autooo und seinem Ball (ja, er kann nun beide Wörter richtig aussprechen) und geht mir manchmal auf den Keks.


Zum Jahresende kann ich sagen, dass ich etwas ausgelaugt bin von der ständigen Konfrontation, alles Mögliche machen zu wollen und dafür keine Zeit zu haben. Ich habe natürlich gelernt, Prioritäten zu setzen und ich denke, das gelingt mir ganz gut. Doch gibt es ja noch viel mehr, das mich interessiert, was ich besser machen möchte oder womit ich mich beschäftigen möchte. Ich war schon zwei Jahre nicht mehr im Theater! Ich habe seit eineinhalb Jahren eine eigene Spiegelreflexkamera und kenne nur die Grundfunktionen. Ich lese nur das Nötigste für's Studium und lerne nichts außerhalb meiner "Hausaufgaben". Mein Kopf ist voller Artikel und ich veröffentliche hier auf dem Blog so selten etwas. Ich möchte mich gerne einmal richtig mit meiner Nähmaschine auseinandersetzen und finde keine Zeit dafür. Ich hatte teilweise so viel Chaos im Kopf, dass ich einige Dinge verlor und einiges an Geschirr zerbrach. Und ich hatte ein paar traurige Tage, weil mir manchmal die Verantwortung für Anton, aber auch die Liebe zu ihm, manchmal der Uni-Blog-Lebensstress zu Kopf steigt und ich ein paar Stunden für mich alleine bräuchte. 

Aber, so hart ich es dann finde, möchte ich es wirklich überhaupt nicht missen, Mutter eines so wunderbaren Jungen zu sein. So abgedroschen es klingen mag. Anton gibt mir in den meisten Fällen so viel Freude, Liebe und Glück. (Ich wünsche jedem, dass er irgendwann auch mal diese Erfahrung machen darf.)


Ich wünsche mir für 2015, dass ich gelassener werde und die vielen Ideen zunächst "einfach mal" verschieben kann; dass es mich nicht stört, dass ich nicht so bald dazu kommen werde. Ich wünsche mir eine noch bessere Planung für das Studium. Ich möchte nicht mehr böse überrascht werden, weil ich manche Studienleistungen vorher nicht gewusst habe. Und gleichzeitig möchte ich möglichst viel im nächsten Jahr studieren, aber nicht nur die Scheine machen, sondern auch wirklich lernen, richtig verstehen und verinnerlichen. Ich wünsche mir, dass ich spätestens im Sommer ein erstes Praktikum im Museum machen kann (die Bewerbungen sind schon geschrieben) und dass ich dort viel lernen kann. Ich möchte an einer Einführungswoche zum Berufsfeld Museum teilnehmen und hoffe, dass die Betreuung von Anton gewährleistet werden kann. Ich freue mich auf unseren Familienurlaub, den wir noch nicht geplant haben. Und ich hätte so Lust auf Paris. Vielleicht zwei Tage alleine und dann ein paar Tage als ganze Familie. Ich bin gespannt auf den Fotokurs, den ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Ich möchte etwas häufiger kochen und regelmäßiger aufräumen. Mein Schrank soll weiterhin nach Farben sortiert sein. Ich möchte meine Schuhe besser pflegen (Schuhspanner sind bereits da). Ich möchte regelmäßig zur Pediküre gehen. Und einen Nebenjob beginnen. Ich möchte wieder schneller Entscheidungen treffen. Seit der Schwangerschaft fällt es mir so schwer. Vor allem aber möchte ich glücklich sein, Liebe weitergeben, gesund sein.

Und den Augenblick erkennen, den Moment erleben.


Ich wünsche euch einen guten Rutsch und einen tollen Start in das neue Jahr. Vielleicht ist es die Gelegenheit, um "Altlasten" loszuwerden, um unliebsame Dinge abzuschließen oder Vorhaben beherzt anzupacken. Vielleicht ist es aber auch nur ein Tag wie jeder andere. Ich wünsche euch alles Gute.

25. Dezember 2014

ein Weihnachtslebenszeichen


Wie geht es euch? Habt ihr schöne Feiertage?
Ich sitze gerade mit vollgeschlagenem Weihnachtsessen- und Schokoladenbauch an meinem neuen Laptop (ein Weihnachtsgeschenk, bei dem ich fast vom Sofa kippte) und genieße einen ruhigen Abend, bevor es morgen wieder zu den nächsten zwei Familienfeiern geht. Wir haben ruhige Tage, und das tut nach den stressigen Wochen wirklich gut. Es gab an Heilig Abend nach einem traditionellen Gottesdienstbesuch und einem unglaublich guten 5-Gänge-Menü auch eine überaus reiche Bescherung. Ich bin wieder total geplättet von meiner Familie, die sich so ins Zeug legt und perfekte Geschenke für mich findet. Ich dagegen habe immer Probleme, aus den geringen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, das möglichst schönste oder passendste Geschenk zu finden. Nicht selten wird die Suche für mich zur echten Qual. Das ist alles andere als entspannend und besinnlich. Doch sollte ich dann die richtigen Geschenke gefunden haben, gibt es für mich nichts Schöneres, als die Geschenke einzupacken. Ich will damit überhaupt nicht behaupten, dass ich das besonders gut könnte, aber mir macht es einfach Spaß. Und vor allem ist das Basteln, Stempeln und Einpacken eine Art Meditation für mich.



Dieses Jahr hatte ich Lust auf eine relativ schlichte und nicht zu weihnachtliche Deko. Ich beschränkte mich auf Packpapier, gold, rot, weiß und schwarz. Für den Adventskalender meines Freundes nutzte ich Breigläschen von Anton, die sich in unserem Küchenschrank häuften. Endlich fand ich eine sinnvolle Verwendung dafür :) Ich klebte Zahlenaufkleber darauf, die ich im Depot fand und packte die einzelnen Süßigkeiten und Geschenke in schwarz-weißes Seidenpapier, das ich im Ikea kaufte. Schöne Zahlenaufklebervorlagen gibt es übrigens zu Hauf auf Pinterest. Hätte ich diese schlichten, aber sehr großen Aufkleber nicht spontan im Depot gefunden, hätte ich mir selbst welche ausdruckt. Mit Masking Tape habe ich einen Tannenbaum und Sterne an die Wand geklebt und diesen Baum mit Perlen und Garn geschmückt.

Die Geschenke habe ich mit Pack- oder Geschenkpapier eingepackt und dann mit unterschiedlichen Bändern und Dekoteilen verziert. Zum Beispiel ein Keramikherz, das ich in einem Second Hand Laden fand. Oder kleine Tannenzapfen, die ich mit gold-farbenem Nagellack (Idee bei a lovely journey gefunden) oder Glitterspray einfärbte und mit Draht befestigte. Das Häkeldeckchen passte perfekt zu dem gepunktetem Geschenkpapier. Und teilweise bestempelte ich das Packpapier mit einem selbstgemachten Baum-Stempel oder mit der Radiergummiseite eines Bleistiftes. Ansonsten gehen immer Masking Tape, Sterne aus Filz, Dymo Schriftzüge und Schleifen. Leider hatten wir gerade keinen Rosmarin zu Hause, sonst hätten die einzelnen Päckchen ein kleines Rosmarinbouquet erhalten.

Ich mag es, wenn die Geschenke optisch alle zusammen passen. Aber genauso toll finde ich es, dass ich nicht die einzige bin, die für das Einpacken verantwortlich ist. So darf es auch unbedingt manchmal etwas bunter sein, besonders bei Geschenken für Anton. Seht ihr dieses Knallbonbon? Das ist die Verpackung für einen neuen Ball. Unser Gabentisch war stark überfüllt und die arme Kommode brach fast auseinander. Unter unserem Weihnachtsbaum (Unser erster! Mensch, fühle ich mich erwachsen.) finden sich noch ein paar Päckchen, die in den nächsten Tagen verschenkt werden.


Hattet ihr auch so eine Freude am Verpacken? Oder steckt ihr eure Geschenke einfach schnell in Papier ein und gut ist's? Habt ihr gute Geschenkideen oder tut ihr euch auch immer so schwer, das "richtige" Geschenk zu finden?

In dem Sinne, frohes Schenken und tolle restliche Feiertage!