den Augenblick erkennen, den Moment erleben

11. August 2017

geklickt. Im Juli 2017.


Auch im Juli gab es wieder viel Lesenswertes, das ich gerne mit euch teilen möchte. 


INTERVIEWS

Bei den femtastics-Mädels gibt es immer wieder sehr inspirierende Interviews. Sue Giers, die Inhaberin des Geschäfts Linette in Hamburg, war eine der Frauen, die im Juli interviewt wurde und die mir mit ihrer Sicht auf die Dinge, ihrer Gelassenheit und ihrem Frohsinn gut gefallen hat. Gerade im Hinblick auf ihre Kleidung entspricht sie gar nicht so stark meinen Vorstellungen, aber hat mir den Anstoß gegeben, wieder etwas entspannter mit dem Thema umzugehen und sich vielleicht an Farbe zu wagen.

Ein anderes Interview auf femtastics solltet ihr auch unbedingt lesen. Die Mädels stellen im Gespräch Ricarda Messner vor, die das Magazin Flaneur herausgebracht hat und fragen, wie es heute noch sein kann, dass man sich an Print heranwagt. Das Magazin konnte ich noch nicht durchblättern, aber ich finde das Konzept spannend, dass immer nur eine Straße einer Stadt betrachtet wird und dass sich alle Geschichten nur um diese eine Straße drehen. 


BÜCHER

Mein Herz schläft stark für Okka, die einen ganz liebenswerten Blog hat und die immer etwas für die Seele schreibt. Auch ihr Buch Völlig fertig und irre glücklich. Meine ersten Jahre als Mutter hat mich sehr berührt. Nun kommt sie mit einem neuen Buchprojekt um die Ecke: Herdwärme. Ich koche und backe zwar normalerweise lieber mit Rezepten aus dem Internet, aber ihre Vorstellung von einem perfekten Kochbuch klingt so verlockend, dass ich mir doch wieder ein Kochbuch, ihr Kochbuch, zulegen werde.

Und die wunderbare Ktinka stellt vier Bücher vor, die die perfekte Sommerlektüre bilden. Die Hauptstätten der vier Romane sind New York, die Côte d'Azur, Paris und Italien. Alle vier Romane klingen super und sie stehen bereits auf meiner Leseliste. Vielen Dank für die Zusammenstellung.


KUNST - AUSSTELLUNGEN

Anika Meier schreibt auf artefakt-sz.net über ihren Weg in Kulturbetrieb, hauptsächlich in der Kunstbranche. Sie erzählt von den typischen nicht gerade Erfolg versprechenden Arbeiten in diesem Métier. Sie nutzt aber die Sozialen Netzwerke so gezielt, dass sie auf ihrem Weg nun Station am Kunsthistorischen Institut der Universität Heidelberg macht und im kommenden Semester eine Veranstaltung zu Social Media und Bloggen für Kunsthistoriker hält. Für mich ist das sehr spannend, wie Museen und Galerien im Netz auftreten und ich bin sehr gespannt, wie Anikas Weg, aber auch die der Kultureinrichtungen weiter aussehen werden. Aber erstmal Anikas Text Back to University. Social Media und Bloggen für Kunsthistoriker, der mir nur mal wieder zeigt, dass jeder seinen eigenen Weg finden und gehen muss, dass man (s)eine Nische finden sollte und Spaß an der Sache

Ich würde zu gern die Ausstellung Farb/Raum/Körper - Gotthard Graubner, Imi Knoebel, Blinky Palermo und Reiner Ruthenbeck in der Sammlung Goetz in München sehen. (Sowieso so gerne wieder einmal nach München fahren!) Und überhaupt die Architektur des Gebäudes vom Architekturbüro Herzog & de Meuron bestaunen, in der die Sammlung Goetz untergebracht ist. Aufmerksam gemacht hat Julie Göllner mit ihrem Ausstellungsbericht auf gallerytalk.net.


Das war's dieses Mal auch schon und ich sammel schon fleißig für den August-Artikel. (Paris, Paris. Nur so als kleiner Hint.)

2. August 2017

gelebt. Der Juli 2017.

gelebt: 
Ich genieße es sehr, dass wir in Laufnähe einen (Rhein-)Strand haben. Es fühlt sich bei jedem Wetter nach Urlaub an. Es ist eine Oase in meinem Alltag und ich nutze deshalb immer öfter die Gelegenheit, um dort ein wenig abzuschalten. 

Um vom Alltag abzuschalten, habe ich nach eineinhalb Jahren endlich (!) einen Gutschein für eine Gesichtsbehandlung eingelöst. Diese ruhige Stunde verbrachte ich bei der Kosmetikerin in der Hautsache in Darmstadt.

Über das Wetter meckerte ich erst nach einer Woche Dauerregen auch ein bisschen mit. Andererseits verschafft uns der Regen viele Schneckenrennen und leere Schneckenhäuser, die wir in unsere Taschen packen.

Wir machten einen Einkaufsbummel in Frankfurt und trafen danach eine befreundete Familie zum Kaffee. Eine Freundin besuchte uns mit ihren zwei etwa gleichaltrigen Kindern nach langer Zeit wieder.  

Richtig Spaß machen mir meine Sportübungen zwar immer noch nicht, aber eine gewisse Freude stellt sich dennoch ein, wenn man regelmäßig auf der Matte steht. Nach den Challenges im Juni sportel ich jetzt mit Mady Morrison. Ich fühle mich zwar nicht so ganz auf ihrer Wellenlänge (ups darf man so etwas denn öffentlich sagen?) und mir als Anfängerin fehlen manchmal ein paar weitere Anweisungen, aber die Übungen haben es in sich und bringen mich ins Schwitzen. 

Familie. Bei Paul gibt es einen Meilenstein nach dem nächsten. Wir kommen kaum mit zu stauen über seine Entwicklungen. Ich finde es ja völlig egal, wann Kinder was können, solange sie sich immer weiterentwickeln. Hauptsache, sie lernen etwas. Und Paul lernt gerade alles auf einmal und erlebt viel Neues. Er kann nun krabbeln und zieht sich an allem und überall hoch. Er hat zwei neue Zähne bekommen und will seitdem alles selbst essen. Er hat sich selbst abgestillt und trinkt aus der Flasche. Er wird bei der Tagesmutter eingewöhnt und er liebt sie und ihren kleinen Hund wahrscheinlich noch viel mehr.

Anton hat drei Wochen Kindergartenferien. Wir haben eine Show eines Zauberers besucht und danach gab es eine Kugel Eis. Immer im Becher.

Mein Freund und ich hatten ein "richtiges" Date. Mit Kleidchen und essen gehen, einem Wein in einem gediegenerem Ort und einem Cocktail in einer Bar.


getrunken: Da Paul mittlerweile abgestillt ist, kann ich wieder ohne Bedenken Wein trinken. Juhuu!

gelesen:  Glaubst du, dass es Liebe war? von Alex Capus / Eine Frage der Zeit von Alex Capus /
Mir gefallen die neueren Romane von Alex Capus deutlich besser, dennoch war die Lektüre keine verschwendete Zeit. Ich hänge diesen in Gedanken nur weniger nach als den jüngsten Werken. Was Capus über sich selbst schreibt, kann ich nur bestätigen und das ist auch das, was mir an seinen Romanen so gut gefällt: "Über die Jahre habe ich festgestellt, dass meine Helden allesamt gewöhnliche Menschen sind, die ungewöhnliche Dinge tun. Was mich beschäftigt ist immer der Mensch, der sein Leben in Würde zu leben versucht."

Das Zeitalter der Avantgarden. Kunst und Gesellschaft 1905 – 1955 von Klaus von Beyme
In knapp 1000 Seiten schneidet von Beyme fast jedes Thema an, das irgendwie relevant ist. Meistens geht er zu wenig in die Tiefe und manchmal ist er auch sehr polemisch, aber für einen großen Gesamtüberblick finde ich diesen Wälzer großartig.

gehört: Kinderlachen


ausgestellt: documenta 14 in Kassel 

So viel gesehen, so viele Eindrücke, so viel gelernt. Die Zeit auf der Documenta hat mir unglaublich gut getan. Das lag bestimmt zum einen daran, dass ich zum ersten Mal seit Pauls Geburt (außer an den Unitagen) wirklich Zeit nur für mich alleine hatte. Da Paul so ein entspannter und genügsamer Junge ist, hatte ich in den letzten Monaten weder ein Erschöpfungsgefühl noch das dringende Bedürfnis nach Me-Time. Aber jetzt, da ich sie hatte, merke ich, wie gut es auch tat. Aber es ist noch viel mehr. Meine Erwartungen wurden getroffen. Nach einem Jahr fast ohne wissenschaftlichen kunstgeschichtlichen Diskurs (abgesehen von einer Hausarbeit), konnte ich mich mit vielen interessierten und sehr versierten Kommilitonen und Dozenten austauschen. Ich habe einen neuen Zugang zu zeitgenössischer Kunst erhalten, habe mich in Kunstkritik geübt und lerne immer mehr, meine Gedanken in passende Worte zu kleiden und diese auszudrücken. Ich habe mich durch die Beschreibung und Bedeutung zweier Kunstwerke für ein Referat durchgebissen und habe dafür gutes Feedback bekommen. Es ging drei Tage lang nur um Kunst, um Ausstellungen, um die Arbeit mit Kunst und um unser kunstgeschichtliches Institut und es hat mir einfach nur noch einmal bestätigt, dass ich hier genau richtig bin. 

 Vielleicht wollt ihr euch selbst mal ein Bild über meine Referatsthemen machen? Jugoexport von Irena Haiduk sowie Quipu Gut von Cecilia Vicuna.





gereist: Auf einer schier endloslangen Zugfahrt von Mainz-Kastel über Wiesbaden nach Mainz und von dort aus über Bad Münster am Stein nach Kaiserslautern und Karlsruhe hatten drei Züge Verspätungen und ich musste meinen Fahrtweg etwas abändern und ein paar Mal rennen, um einen Zug zu bekommen. Meine Laune blieb davon ungetrübt. In Bad Münster am Stein war ich dann erstmal platt von der Schönheit der Umgebung und von dieser Luft. Es roch eindeutig nach Bergen und somit nach Urlaub.

In Kaiserslautern gab es das schönste Wiedersehen mit Anton, das ich jemals erlebt habe. Ich konnte vor lauter Glück eine halbe Stunde lang mein Kichern nicht unterdrücken.

In Karlsruhe trafen wir eine ganz liebe Freundin mit ihrem Sohn. Wir tauschten uns aus, tranken leckeren Kaffee und die Jungs tobten gemeinsam. Dann eine Firmenfeier in der Natur. Das Essen war ausgezeichnet.

Ein paar Tage zuvor war ich auf einer dreitägigen Exkursion auf der Documenta in Kassel. Ich hatte mich zwei Monate darauf gefreut und wurde überhaupt nicht enttäuscht. Von Kassel selbst habe ich einen sehr unbestimmten Eindruck erhalten. Gewohnt habe ich in einer Wohnung in der Nähe der Holländischen Straße - wohl einem Problembezirk, das aber mittlerweile stark von Studenten geprägt ist. Es ist nicht das schönste Viertel, aber ich fühlte mich hier sicher. Das Gelände der Uni gefiel mir sehr gut und es gibt viele unterschiedliche Architekturstile, sodass ich ständig umherguckte. Die typischen zentralen Plätze, die auch die zentralen Documenta-Schauplätze sind, sind ganz hübsch bis nett. Spannend war dann die Umgebung der Kunsthochschule und die Bar NEU / Kafé am Weinberg. Gerne hätte ich einen Abstecher im Café Rokkeberg gemacht, aber dafür gab es keine Gelegenheit. Dafür habe ich ein ganz gutes Mittagessen im Dépanneur gehabt.


gekauft: Zugtickets, Tickets für die Documenta, ein Jugoexport-Anstecker

getragen: Im letzten Monat habe einen Pappbecher benutzt. Ich war so in Gedanken vertieft, dass mir gar nicht auffiel, dass der Kaffee in den Becher und nicht in eine Tasse gegossen wurde. 

gewünscht: Dass Paul keine Zahnschmerzen mehr hat und besser schläft... 

gedacht: Kindheitserinnerungen an die Familienurlaube in Caorle, Italien. 

gefragt: Warum sagen Menschen meiner Generation immer noch Man macht das nicht?

geärgert: Vor lauter Wiedersehensfreude mit Anton habe ich am Lautrer Bahnhof vergessen, das Anschlussticket zu kaufen und muss nun - höchstwahrscheinlich - eine Strafe von 60 Euro zahlen. Aber ehrlich gesagt konnte dieser hohe Betrag meine Laune an diesem Tag nicht verderben.

gefreut: An einem Vormittag haben beide Kinder gleichzeitig geschlafen. Das gab es erst drei Mal. (Aber statt ausruhen und Buch lesen räumte ich die Wohnung für den Besuch auf.)

geliebt: Die Arbeiten von Hermann Glöckner. (Beziehungsweise diese Arbeiten, die im Palais Bellevue gezeigt wurden.)

Ich freue mich nun auf einen entspannten August mit der ersten Geburtstagsfeier für Paul, etwas Arbeit für die Uni und hoffentlich viel Sonne für unser Gemüt. Habt es gut!